
Du stehst an der Ladesäule, hast EV.app geöffnet und möchtest eigentlich nur eines: laden und weiterfahren. Doch statt Strom zu bekommen, wartest du darauf, dass der Ladevorgang endlich startet.
Kommt dir bekannt vor?
Nicht jeder fehlgeschlagene Ladestart ist gleich ein technischer Defekt. Manchmal liegt es an einem kleinen Detail, das im Alltag leicht übersehen wird.
Gerade beim öffentlichen Laden müssen mehrere Dinge zusammenspielen: der richtige Ladeanschluss, die Kommunikation zwischen App und Ladesäule sowie die Zahlungsfreigabe.
Drei typische Fehler lassen sich besonders einfach vermeiden. Wir zeigen dir, woran du sie erkennst und was beim nächsten Ladestopp besser funktioniert.
Du hast den Ladepunkt auf der Karte gefunden, bist hingefahren und stehst direkt davor. Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen.
Oder doch?
An vielen öffentlichen Ladesäulen gibt es mehrere Anschlüsse. Vor allem DC-Schnelllader besitzen häufig zwei Ladekabel, die unabhängig voneinander ausgewählt werden können.
Das Problem: Wenn du in EV.app den falschen Anschluss auswählst, wird die Startanfrage an genau diesen Anschluss gesendet.
Steht dein Auto aber am anderen Kabel, beginnt dort nicht automatisch der gewünschte Ladevorgang.
Ein typisches Beispiel: Die Ladesäule hat die Anschlüsse 1 und 2. Du möchtest Anschluss 1 nutzen, wählst in EV.app aber versehentlich Anschluss 2.
Du versuchst, den Ladevorgang zu starten, doch dein Fahrzeug lädt nicht.
Prüfe in diesem Fall die Kennzeichnung direkt an der Ladesäule. Je nach Betreiber werden Anschlüsse mit Zahlen oder Buchstaben markiert.
Entscheidend ist nicht nur die richtige Station, sondern auch die richtige Anschluss-ID.
Vergleiche vor dem Start die Kennzeichnung des Ladeanschlusses mit der Auswahl in EV.app.
Achte dabei sowohl auf die Identifikation der Ladesäule als auch auf die des konkreten Anschlusses.
Falls du bereits den falschen Anschluss gestartet hast, warte 90 Sekunden. Danach kannst du den irrtümlich gestarteten Vorgang beenden und einen neuen Versuch mit dem richtigen Anschluss beginnen.
Ein kurzer Blick auf die Nummer spart dir im Zweifel mehrere Minuten Fehlersuche.
Wer regelmäßig öffentlich lädt, entwickelt schnell eine Routine.
Parken, Kabel anschließen, App öffnen, Start drücken. Fertig.
Nur leider funktioniert diese Reihenfolge nicht an jeder Ladesäule.
Bei EV.app startest du den Ladevorgang normalerweise zuerst in der App und verbindest danach das Ladekabel mit deinem Fahrzeug.
Einzelne Ladepunkte verlangen allerdings die umgekehrte Reihenfolge. Dort muss zuerst das Kabel angeschlossen werden, bevor du den Ladevorgang freigibst.
EV.app weist dich vor dem Start darauf hin, wenn eine andere Reihenfolge erforderlich ist.
Beim öffentlichen Laden müssen Fahrzeug, Ladesäule und das System zur Freigabe des Ladevorgangs miteinander kommunizieren.
Je nach Ladesystem unterscheiden sich die vorgesehenen Schritte.
Wenn du aus Gewohnheit die falsche Reihenfolge verwendest, kann es passieren, dass der Startvorgang nicht wie erwartet funktioniert.
Das bedeutet nicht, dass bei jedem falsch angeschlossenen Kabel sofort ein Fehler auftritt. Es ist aber eine mögliche Ursache, die du leicht überprüfen kannst.
Du hast den Start ausgelöst, aber das Fahrzeug beginnt nicht zu laden.
Bevor du erneut auf den Startbutton drückst, kontrolliere die Hinweise in EV.app.
Wird dort eine bestimmte Reihenfolge für die Verbindung und den Ladestart angezeigt? Hast du diese eingehalten?
Wenn nicht, hast du einen möglichen Grund für den fehlgeschlagenen Start gefunden.
Orientiere dich nicht ausschließlich an deiner bisherigen Ladeerfahrung.
Gehe stattdessen so vor:
Besonders wichtig ist der letzte Schritt.
Bleib nach dem Start ungefähr eine Minute beim Auto. Überprüfe, ob der Ladevorgang wirklich begonnen hat.
So merkst du rechtzeitig, wenn etwas nicht funktioniert.
Denn selbst der beste Kaffee an der Raststätte hilft wenig, wenn dein Auto währenddessen überhaupt nicht geladen hat.
Der dritte Fehler hat nichts mit dem Ladekabel zu tun.
Du möchtest beispielsweise auf einer längeren Fahrt nur kurz nachladen. Dein Akku ist noch teilweise gefüllt und du brauchst lediglich genug Energie bis zum nächsten Ziel.
Auf deinem Bankkonto ist ausreichend Geld für diesen kurzen Ladestopp.
Trotzdem wird der Start nicht freigegeben.
Der Grund kann die temporäre Kartenreservierung vor dem Laden sein.
Bevor EV.app einen Ladevorgang startet, wird auf dem ausgewählten Zahlungsmittel ein bestimmter Betrag vorübergehend reserviert.
Diese sogenannte Vorautorisierung stellt sicher, dass die voraussichtlichen Ladekosten gedeckt werden können.
Bei EV.app orientiert sich die Höhe der Reservierung an den geschätzten Kosten einer vollständigen Ladung des ausgewählten Fahrzeugs von 0 auf 100 Prozent.
Deshalb kann der reservierte Betrag höher ausfallen als die Kosten, die du für deinen tatsächlich geplanten Ladestopp erwartest.
Wichtig: Die Reservierung ist noch keine endgültige Abbuchung.
Nach dem Laden werden die tatsächlich angefallenen Kosten abgerechnet. Der nicht benötigte Teil der Reservierung wird wieder freigegeben.
Die Kartenreservierung ist außerdem nicht mit einer möglichen Blockiergebühr zu verwechseln, die manche Ladepunktbetreiber bei längerer Belegung erheben.
Für den Start muss dein Zahlungsmittel den vollständigen Reservierungsbetrag abdecken können.
Reicht das verfügbare Guthaben oder der Verfügungsrahmen dafür nicht aus, kann die Bank die Autorisierung ablehnen.
Das kann auch dann passieren, wenn genügend Geld für die eigentlich geplante Teilaufladung vorhanden wäre.
Wenn der Ladevorgang bereits bei der Zahlungsfreigabe scheitert, sieh dir zunächst den Reservierungsbetrag an, den EV.app vor dem Start anzeigt.
Kontrolliere anschließend, ob auf deiner ausgewählten Karte ausreichend Mittel verfügbar sind.
Falls du mehrere Zahlungsmittel oder getrennte private und geschäftliche Abrechnungsprofile verwendest, überprüfe auch die aktuelle Auswahl.
Deine Zahlungsmethoden kannst du in den Einstellungen deines EV.app-Profils verwalten.
Wird die Autorisierung trotz ausreichender Deckung abgelehnt, kann auch eine Karteneinstellung oder eine Entscheidung deiner Bank dahinterstecken. Den genauen Grund einer bankseitigen Ablehnung erfährst du in der Regel bei deinem Kartenanbieter.
Eine komplizierte Checkliste brauchst du dafür nicht. Fünf kurze Fragen reichen:
Sind diese Punkte geklärt, hast du mehrere typische Fehlerquellen bereits ausgeschlossen.
Gerade bei einer längeren Fahrt lohnt sich dieser kurze Check. Denn niemand möchte erst nach der Mittagspause feststellen, dass der geplante Ladestopp eigentlich keiner war.
Auch wenn du alles richtig machst, kann ein Ladevorgang scheitern.
Eine Ladesäule kann eine technische Störung haben. Es können Kommunikationsprobleme auftreten oder andere Ursachen verhindern die Freigabe.
Wenn das Problem offensichtlich an der Ladehardware liegt, wende dich zunächst an den Betreiber. Die Kontaktdaten findest du normalerweise direkt an der Ladesäule.
Falls du einen Fehler in EV.app vermutest, kannst du ihn über die Support- und Fehlermeldefunktion in deinem Profil melden. Beschreibe möglichst genau, an welchem Ladepunkt du warst und bei welchem Schritt der Vorgang nicht funktioniert hat.
So lässt sich das Problem gezielter untersuchen.
Drei Dinge solltest du dir merken: Anschluss-ID prüfen, richtige Reihenfolge einhalten und Kartenreservierung berücksichtigen.
Das kostet nur wenige Sekunden und kann deinen nächsten Ladestopp deutlich entspannter machen.
Denn beim Laden sollte es um Energie gehen. Nicht um Fehlersuche.


